
Unser Buchtipp
VIRGINIA EVANS (übersetzt von Regina Rawlinson) –
Die Briefeschreiberin
Ich dachte eigentlich, die Form des Briefromans wäre ausgestorben... bis mir dieser außergewöhnliche Roman in die Hände gefallen ist.
Die Protagonistin Sybil van Antwerp ist 73 und seit ihrem 9. Lebensjahr ist der Brief ihre bevorzugte Kommunikationsform.
Ein Medium, über das die Autorin Virginia Evans sagt:
"Ich bin der festen Überzeugung, dass dem handgeschriebenen Brief, für den man Zeit und Muße braucht, in dessen Tintenschrift Gefühle und Erkenntnisse die Zeit überdauern, ein geheimer Zauber innewohnt."
Dieser Roman reiht sowohl Briefe, die Sybil geschrieben hat, als auch solche, die sie empfangen hat, aneinander. Und so setzt sich puzzleartig ein Bild einer beeindruckenden Frau zusammen. Einer Frau, die nicht nur Ehefrau und Mutter ist, sondern auch Adoptiv, Gartenliebhaberin und Starjuristin.
In meinen Augen eine unheimlich authentische und genauso ungeschönte wie liebevolle Art, ein Portrait zu zeichnen.
Die Idee zu diesem Roman kam der Autorin übrigens bei einer Hausbesichtigung, bei der die Eigentümerin wunderbare Anekdoten aus ihrem Leben preisgegeben hat, die untrennbar mit ihrem Haus verknüpft waren.
Ein wunderbarer Roman, der so manche Überraschung zwischen den (Brief)Seiten bereit hält.
Wann und an wen habt ihr das letzte Mal einen Brief geschrieben?
